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Plaut bleibt am Neuen Markt 27.09.2001
austrostocks.com
Anlässlich eines Informationstages zu mySAP.com von Plaut (WKN 918703) hat "austrostocks.com" den Vorstand des IT-Consulters Alfred Raderer zum Interview gebeten.
Das derzeit wohl interessanteste Thema, das Plaut betreffe sei wohl der Aktienkurs und die Gerüchte um einen Segmentwechsel. Hier habe Raderer zwar bestätigt, das der CEO und CFO Lebeiner schon öfters Bemerkungen zu einem Segmentwechsel fallen gelassen habe, dieses Vorhaben sei aber gestrichen worden. "Wir bleiben am Neuen Markt, es wird auch kein Zweitlisting geben", so Raderer. Auch wenn er finde, dass das eher traditionelle Unternehmen im Midmarket von Frankfurt besser aufgehoben wäre.
Allerdings sei man schon mit dem Neuen Markt unzufrieden. Denn zuerst sei eine "verrückte" Übertreibung nach oben in Richtung 80 Euro gekommen, die dem Consulter eine größere Marktkapitalisierung als der AUA beschert habe und dann der Absturz auf rund zwei Euro. Nach einem konventionellen Ansatz sehe Raderer Plaut mit den rund 300 Millionen Euro bei einem Kurs von rund 15 Euro. Als fair value würde der Vorstand die Aktien des Unternehmens zwischen 12 und 20 Euro sehen.
Um auch wieder mehr Investorenvertrauen zu erlangen, seien deswegen nicht nur die IR-Kapzitäten in Deutschland und Österreich ausgebaut, sondern auch ein monatlicher Aktionärsbrief gelauncht worden. Raderer habe zugegeben, dass die IR-Arbeit seit dem IPO nicht besonders gut gewesen sei. Man habe aber "Lehrgeld bezahlt" und wolle nun die Dinge anders angehen. Dass zum Beispiel SAP den Consulter aufgrund des niedrigen Kurses schlucken könnte, befürchte Raderer hingegen nicht. "Für SAP sind wir nur einer von vielen Partnern." Derzeit sei SAP nicht an Plaut beteiligt, es würde auch keine Gespräche über eine Beteiligung geben. Eine feindliche Übernahme stelle sich für Raderer auch nicht zur Diskussion, da rund 60 Prozent aller Aktien von Plaut kontrolliert würden. Aber: "wir wissen, dass wir interessant sind!"
Ein Aktienrückkauf, der sich derzeit aufgrund des günstigen Kurses anbieten würde, solle aber erst kommen, wenn die Liquidität des Unternehmens passe. Außerdem sei von der Hauptversammlung noch keine genehmigt worden, so Raderer. Allerdings gebe es noch rund zwei Millionen Aktien an genehmigten Kapital. Eine Kapitalerhöhung sei aber derzeit ausgeschlossen. Plauts Liquidität sei zwar mit Außenständen von rund 100 Millionen Euro nicht besonders gut, vor allem, wenn man bedenke, dass die Vergleichsunternehmen geringe, bis keine Schulden hätten. Der österreichische IT-Consulter solle aber schon auf einem guten Weg sein, die Schulden zu reduzieren. So solle zum Beispiel die Anleihe Ende Oktober/Anfang November kommen. Je nachdem wann S&P das Rating für Plaut erstellt habe.
Den Abschluss des laufenden Geschäftsjahres könne Raderer noch nicht vorhersagen. Bei Plaut sei das vierte Quartal traditionell am stärksten und dieses Jahr aufgrund des US-Terror nicht genau vorhersehbar. Derzeit würden rund 50 Prozent des Umsatzes in den USA generiert. Für nächstes Jahr würden nur mehr 45 Prozent erwartet. Allerdings habe man schon Effekte aus der schwachen konjunkturellen Lage im Sommer gespürt. Mit den Terroranschlägen seien in Österreich, Ungarn, Polen und Tschechien Projekte gestoppt worden, was natürlich auf den Umsatz drücke. Des weiteren sei Plaut von den steigenden Flugpreise betroffen, da die Berater oft Reisen müssten.
Nachdem das laufende Geschäftsjahr im Zeichen der Expansion gestanden habe, solle nun nächstes Jahr konsolidiert und optimiert werden. Dadurch sollten auch die Margen wieder in die alten Bereiche von über zehn Prozent zurückkehren. Durch Kündigungen solle dies aber nicht erreicht werden, da das Personalwachstum des Unternehmens ohnehin schon sehr gering sei. Auch in Zukunft wolle Plaut stark auf SAP setzten, da dies einen hohen Kundenbereich bringe. So sollten allein in Österreich 422 Privatunternehmen SAP einsetzten. Sollte nur ein viertel von diesen Firmen CRM-Software von SAP verwenden wollen, würden sich rund 100 große Projekte daraus ergeben.
Nachdem die eBusinessblase geplatzt sei, zeige sich Raderer zuversichtlich, dass "konservative IT-Unternehmen" wie SAP wieder interessant werde, da und auch wieder verstärkt auf die Integration in bestehende Systeme und Daten geachtet werde. Auch in Zukunft wolle sich Plaut nicht mit den Big Playern wie Pricewaterhousecooper oder CapGemini messen. Man wolle deren Produktportfolio anbieten können und so mit diesen konkurrieren. Aufträge von DaimlerChrysler und Coca Cola würden hier wohl für sich sprechen. Analysten würden Plaut allerdings derzeit eher skeptisch sehen. So habe die HypoVereinsbank die Aktien des Consulters auf "underperform", die RZB auf "neutral" gestuft und nur Dresdner Kleinwort Wasserstein spreche von "outperform". Am Donnerstag Nachmittag hätten die Anteilspapiere der Plaut bei 2,3 Euro notiert.
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